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Das funktioniert einzigartig gut

Nordwalde - Etwas bewegen, das war die Ambition, mit der Fabian Meer sich damals als Kandidat für das Jugendparlament aufstellen ließ. Das ist jetzt acht Jahre her und Meer heute zu alt für eine erneute Kandidatur. Im Interview spricht er über unerfüllte Wünsche nach einem McDonald‘s, gelungene Projekte wie die zusätzliche Nachtbusverbindung und was er aus der Zeit mitnimmt: „Wahnsinnig viel.“

Fabian Meer - Jugendparlament Nordwalde

Nach acht Jahren im Jugendparlament, davon vier Jahre als Vorsitzender, scheidet Fabian Meer aus Altersgründen aus. Sich weiter in Nordwalde zu engagieren, kann sich der 22-Jährige aber gut vorstellen. Foto: Vera Szybalski

Acht Jahre lang war Fabian Meer Mitglied im Jugendparlament, vier Jahre lang sogar dessen Vorsitzender. Wenn am 4. und 5. Juli das siebte Nordwalder Jugendparlament gewählt wird, steht Meer nicht mehr zur Wahl. Mit 22 Jahren ist er dafür zu alt. „Es fällt schwer, einen Schlussstrich zu ziehen“, sagt Meer.

Sind Sie damals mit konkreten Zielen ins Jugendparlament gegangen?

Fabian Meer: Konkrete Ziele hatte ich nicht, aber ich bin schon mit der Ambition reingegangen, etwas zu bewegen. Nach jedem abgeschlossenen Projekt ist man dann froh, dass man es gemacht hat. Auch wenn nicht alle Ideen realisiert werden konnten. Da gab es die typischen Träumereien. Bei einigen Projekten hat man erst gedacht: Okay, das geht gar nicht.

Welches Projekt gehört dazu, das sich dann doch realisieren ließ?

Meer: Die Nachtbus-Verbindung. Man kann sich erst mal schwer vorstellen, einen zusätzlichen Bus aus Münster zu bekommen, nur weil 12, 13 Jugendliche das wollen. Da ist man schon stolz drauf, dass das geklappt hat.

Sie haben gerade die „Träumereien“ angesprochen. Was ließ sich gar nicht umsetzen?

Meer: Mit 14, 15 Jahren hat wahrscheinlich jeder in Nordwalde die Träumerei, einen McDonald’s zu haben. Das ist eine typische Sache, die auch beim Workshop, den wir zu Beginn jeder Legislaturperiode machen, auf den Tisch kommt. Wie auch die Busverbindungen innerhalb des Dorfes. Die Projekte sind finanziell nicht zu realisieren.

Hatten Sie das Gefühl, dass das Jugendparlament in den acht Jahren Ihrer Amtszeit die Interessen der Jugendlichen gut vertreten hat?

Meer: Wir haben zwischendurch immer wieder Umfragen gemacht, die an die komplette Jugend verteilt wurden mit der Frage, was sie sich wünschen. Wir konnten uns natürlich nicht alles zu Herzen nehmen, aber die großen Punkte wie den Bolzplatz schon. Deshalb würde ich schon sagen, dass wir die breiten Interessen der ganzen Jugendlichen vertreten haben und nicht nur unsere eigenen im Mittelpunkt standen.

Welche Projekte der vergangenen acht Jahre sind Ihnen besonders im Kopf hängen geblieben?

Meer: In den ersten Jahren war das Hauptprojekt das Jugendcafé Kiek in. Seit dessen Schließung ist zunächst die Busverbindung im Kopf hängen geblieben, weil da viel Aufwand mit einherging. Aber auch, weil ich bei dem Projekt viel gelernt habe, wie man überhaupt an so eine Sache herangeht. Das nächste war die Gestaltung am Busbahnhof, die auch viel Spaß gemacht hat. Da hat man sich gerne den Abend um die Ohren geschlagen und ein bisschen gestrichen, weil wir auch viel Anerkennung bekommen haben. Von den Bürgern, vor allem von den Nachbarn. Und letztendlich die Bolzplatzaktion, die ich verantwortlich geleitet habe.

Werden die Jugendlichen in Nordwalde genug gehört?

Meer: Dass wir das Jugendparlament überhaupt haben, ist schon mal super. Man kann das Jugendparlament aber noch besser in die Öffentlichkeit tragen. Ich weiß nicht, ob jeder Jugendliche uns wirklich so wahrnimmt, wie wir es möchten. Da ist immer Luft nach oben. Viele Ideen von außen kommen nicht, viel entsteht durch Umfragen aus unserer Initiative heraus. Aber das Jugendparlament ist einzigartig und funktioniert einzigartig gut über die lange Zeit. Deshalb glaube ich schon, dass wir in Nordwalde auf ein großes Interesse stoßen und stolz darauf sein können, dass wir schon so lange bestehen.

Was nehmen Sie aus Ihrer Jugendparlamentszeit mit für die Zukunft?

Meer: Wahnsinnig viel. Man hat sich entwickelt und ein besseres Selbstvertrauen, weil man gelernt hat, mit Leuten zu sprechen und zu diskutieren. Dass wir Projekte, wie die Busverbindung oder den Bolzplatz, organisiert haben, hilft einem auch im späteren Leben weiter.

Was hätten Sie gerne noch umgesetzt, wofür jetzt keine Zeit mehr bleibt?

Meer: Das Bolzplatz-Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen. Wir haben viel an den Bodenarbeiten gemacht, der Rasen wird jetzt wachsen, da kommt noch eine Sitzecke hin. Aber mein Ziel war es, ein Eröffnungsturnier mit den Vereinen und Gruppen aus Nordwalde zu machen. Dadurch würde im Mittelpunkt stehen, dass das ein Projekt vom Jugendparlament war, was viele vielleicht gar nicht so wahrnehmen. Ich würde es schön finden, wenn das Eröffnungsturnier vom nächsten Jugendparlament angegangen wird. Ich beziehungsweise das aktuelle Jugendparlament helfen da natürlich gerne weiterhin.

Warum sollte man sich als Jugendlicher im Jugendparlament engagieren?

Meer: Wenn man wirklich engagiert dabei ist, kann man viel erreichen. Das ist die Hauptsache neben dem, dass man sich persönlich weiterentwickelt. Es macht auch Spaß, mit den Leuten zu arbeiten. Wir haben eine super Truppe.

Haben Sie vor, sich weiter politisch zu engagieren?

Meer: Die Überlegungen sind auf jeden Fall da. Momentan liegt mein Fokus eher auf dem Studium, das ich jetzt angefangen habe. Ich muss mich noch finden und mit verschiedenen Leuten sprechen, was in Nordwalde möglich ist. Aber ich glaube, es gibt schon Wege, sich weiter zu engagieren und das ist mein Anspruch.

 

Quelle: http://m.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Nordwalde/3361897-Jugendparlament-wird-neu-gewaehlt-Das-funktioniert-einzigartig-gut